Der Scotchman in Philadelphia ist ein ungewöhnlicher Highball aus den 1930ern, der amerikanischen Applejack mit portugiesischem Portwein kombiniert. Trotz des Namens kommt kein Scotch zum Einsatz – die Bezeichnung spielt vermutlich auf die schottischen Einwanderer in Philadelphia an, die hier ihren Apfelbrand tranken. Der Drink verbindet fruchtige Säure mit würziger Süße und einer spritzigen Ginger-Ale-Krone.
Und das brauchst du für den Scotchman in Philadelphia
4 cl Applejack oder Apfelbrand
4 cl Portwein (Ruby oder Tawny)
3 cl frisch gepresster Orangensaft
Ginger Ale zum Auffüllen
Eiswürfel
Darauf kommt es an
Die Wahl des Portweins macht hier den Unterschied: Ruby Port bringt mehr Frucht und Frische, Tawny Port liefert Nuss- und Karamellnoten, die sich mit dem Apfelbrand zu einer fast herbstlichen Kombination verbinden. Wichtig ist, den Orangensaft wirklich frisch zu pressen – aus der Flasche wird der Drink flach und eindimensional. Beim Applejack greife ich zu Laird's Straight oder einem guten Calvados, wenn's edler sein soll. Billige Apfelbrände kippen den Drink ins Scharfe.
Varianten
- Philadelphia Sour — Ginger Ale weglassen, dafür 1,5 cl Zitronensaft und 1 cl Zuckersirup zugeben, im Shaker schütteln und auf Eis in einen Tumbler abseihen
- Scottish Apple — Applejack durch Scotch Whisky ersetzen – dann stimmt wenigstens der Name
- Winter Scotchman — Mit Apfelsaft statt Orangensaft und einem Schuss Zimt-Sirup für die kalte Jahreszeit
Häufige Fragen
Welchen Portwein soll ich verwenden?
Ruby Port ist die klassische Wahl – fruchtig und nicht zu komplex. Tawny Port funktioniert auch, bringt aber mehr Röstaromen mit.
Kann ich statt Applejack normalen Apfelbrand nehmen?
Ja, jeder gute Apfelbrand funktioniert. Calvados ist die elegantere, aber auch teurere Alternative.
Warum heißt der Drink Scotchman, wenn kein Scotch drin ist?
Die genaue Herkunft ist unklar – vermutlich eine Anspielung auf die schottisch-stämmigen Applejack-Trinker in Philadelphia.
Wie süß sollte das Ginger Ale sein?
Ein trockenes Ginger Ale wie Fever-Tree oder Thomas Henry passt besser als süße Supermarkt-Varianten – der Portwein bringt schon genug Süße mit.
